Glossar

Was ist Hreflang?

8. Februar 2026

Wenn du eine mehrsprachige WordPress-Seite betreibst, bist du vermutlich schon mal über Hreflang gestolpert (oder hättest es zumindest tun sollen). Hreflang ist ein HTML-Attribut, das Suchmaschinen sagt: "Diese Seite gibt es in mehreren Sprachversionen, und hier findest du jede einzelne." Ohne Hreflang behandelt Google deine deutsche und englische Seite als separate, unzusammenhängende Inhalte, oder schlimmer, als Duplikate, die in den Suchergebnissen gegeneinander konkurrieren.

Warum mehrsprachige Websites Hreflang-Tags brauchen

Stell dir vor, du hast eine "Über uns"-Seite auf Englisch unter /en/about/ und die deutsche Übersetzung unter /de/ueber-uns/. Beide Seiten behandeln dasselbe Thema mit sehr ähnlicher Struktur. Aus Googles Sicht kann das nach Duplicate Content aussehen. Die Suchmaschine könnte eine Version bevorzugen und die andere unterdrücken, oder die Ranking-Signale auf beide aufteilen. Beides ist nicht das, was du willst.

Hreflang behebt das, indem es explizit deklariert: Diese zwei Seiten sind Übersetzungen voneinander. Google weiß dann, dass es englischsprachigen Nutzern die englische und deutschsprachigen Nutzern die deutsche Version zeigen soll, ohne Ranking-Nachteil.

Hreflang-Tags in die Website einbauen

Du fügst link-Elemente in den <head>-Bereich jeder Seite ein, die Übersetzungen hat. Jedes Tag verweist auf eine Sprachversion, und du musst alle Versionen auf jeder Seite einbinden, inklusive eines selbstreferenzierenden Tags:

<link rel="alternate" hreflang="en" href="https://example.com/en/about/" />
<link rel="alternate" hreflang="de" href="https://example.com/de/ueber-uns/" />
<link rel="alternate" hreflang="x-default" href="https://example.com/en/about/" />

Das x-default-Tag ist der Fallback. Es sagt Suchmaschinen, welche Version angezeigt werden soll, wenn die Sprache des Nutzers keiner der aufgelisteten Optionen entspricht. Normalerweise verweist du damit auf deine Hauptsprache oder eine Sprachauswahl-Seite.

Hreflang-Sprachcodes und Regionscodes erklärt

Hreflang nutzt ISO-639-1-Sprachcodes, optional kombiniert mit ISO-3166-1-Regionscodes. Einige gängige Beispiele:

  • en: Englisch, alle Regionen
  • de: Deutsch, alle Regionen
  • en-US: Englisch speziell für die USA
  • de-AT: Deutsch speziell für Österreich
  • pt-BR: Portugiesisch für Brasilien (im Gegensatz zu Portugal)

Ein häufiger Fehler: uk für britisches Englisch verwenden (der korrekte Code ist en-GB) oder jp für Japanisch (es ist ja). Das sieht plausibel aus, ist aber schlicht falsch, und Google ignoriert fehlerhafte Codes stillschweigend, keine Fehlermeldung, einfach kaputtes Hreflang.

Bidirektionale Hreflang-Tags: Warum Rückverweise Pflicht sind

Hier scheitern die meisten Implementierungen: Hreflang-Tags müssen bidirektional sein. Wenn deine englische Seite eine deutsche Alternativversion deklariert, muss die deutsche Seite auch die englische Alternativversion deklarieren. Fehlt eine Seite, kann Google die gesamte Hreflang-Beziehung für dieses Seitenpaar verwerfen. Das wird besonders knifflig auf größeren Seiten, wo Seiten hinzugefügt oder entfernt werden und die Hreflang-Tags aus dem Takt geraten.

HTML, HTTP-Header oder Sitemap: Drei Hreflang-Methoden

Neben HTML-Link-Tags gibt es zwei weitere Methoden:

  • HTTP-Header: Nützlich für Nicht-HTML-Dateien wie PDFs. Du setzt Link-Header in der HTTP-Antwort mit den Hreflang-Werten.
  • XML-Sitemap: Du kannst alle Sprachversionen in deiner Sitemap über das xhtml:link-Element deklarieren. Das ist oft der zuverlässigste Ansatz für große Seiten, weil die Hreflang-Daten zentralisiert und leichter zu pflegen sind.

Wähle eine Methode und bleib dabei. Methoden zu mischen ist technisch erlaubt, erhöht aber die Chance auf Inkonsistenzen.

Hreflang für WordPress: Plugins und Best Practices

WordPress generiert von sich aus keine Hreflang-Tags. Wenn du ein Mehrsprachen-Plugin wie WPML, Polylang oder TranslatePress nutzt, übernehmen diese Plugins die Hreflang-Ausgabe typischerweise automatisch. Aber "automatisch" heißt nicht "korrekt", du solltest die Ausgabe trotzdem prüfen, besonders nach Änderungen an URL-Strukturen, dem Hinzufügen neuer Sprachen oder der Migration von Inhalten.

Ohne Mehrsprachen-Plugin müsstest du Hreflang-Tags manuell über dein Theme oder ein eigenes Plugin hinzufügen. Für die meisten Seiten ist das unnötig fehleranfällig. Nutze lieber ein Plugin, das die Komplexität für dich übernimmt.

Hreflang-Setup prüfen mit InspectWP

InspectWP scannt deine WordPress-Seiten nach Hreflang-Tags und listet jede gefundene Sprachvariante auf. So kannst du auf einen Blick prüfen, ob alle erwarteten Sprachversionen deklariert sind und ob Rückverweise fehlen, ohne selbst im Quellcode wühlen zu müssen.

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